Mein heutiger Gast der „5 Fragen an…“ Serie ist Hr. Dr. Neumann.

Hr. Dr. Neumann ist Schmerztherapeut in München und Spezialist auf dem Gebiet EDS. Er hat sich bereit erklärt, 5 Fragen rund um das Thema Schmerz bei EDS zu beantworten.

Holy shit I am sick: 

Hr. Dr. Neumann, was würden Sie sagen, welche Schmerzarten sind bei EDS besonders häufig anzutreffen?

Dr. Neumann: 

Der hypermobile Typ korreliert häufiger mit Ausrenkungen.

Holy shit I am sick: 

Lässt sich eine Aussage darüber treffen, welche EDS-Typen mit welcher Schmerzintensität korrelieren?

Dr. Neumann:

Dazu gibt es keine wissenschaftliche Literatur.

Holy shit I am sick: 

Was sind ihrer Meinung nach die erfolgreichsten Therapien in der EDS-Schmerztherapie?

Dr. Neumann:

Die Schmerzbehandlung mit steroidalen und nicht-steroidalen Analgetika und Opoiden, Bandagen, ein lebenslanges Training zur Stabilisierung und ein funktionales Reha-Programm können helfen. Des Weiteren Wassergymnastik, Tai Chi, Schuheinlagen und Kinesiotaping.

Übergewicht und Kontaktsport sollte vermieden werden.

Die tägliche Einnahme von Vitamin C wird empfohlen.

Holy shit I am sick: 

Welche Tipps würden Sie einem EDS-Patienten für den Alltag mit dem Schmerz geben?

Dr. Neumann: 

Zu den oben aufgeführten Maßnahmen können Psychotherapie und Selbsthilfegruppen den Patienten viel weiterhelfen.

Holy shit I am sick: 

Was halten Sie von Low-Dose-Naltrexon und medizinischem Cannabis?

Dr. Neumann:

Naltrexon ist ein Medikament das bei Entwöhnung von Opoidabhängigkeit eingesetzt wird. Auch wird es bei Borderline, Autismus und mentaler Entwicklungsstörung genutzt. Naltrexon kann ein Entzugssyndrom auslösen.

Zu LDN (Low Dose Naltrexon) gibt es bisher eine Studie die belegt das Spastiken bei MS Patienten reduziert wurden.

Cannabis halte ich für ein gutes Schmerzmittel.

3 Kommentare
  1. Ulrike Walder sagte:

    Meines Erachtens fehlen bei der Aufzählung eine ganze Menge Medikamente. Gegen den fast immer vorhandenen Vitamin B12 Mangel das Vitamin, dann das gute alte Magnesium, die ganze Gruppe der Muskelrelaxantien, gegen die migräneartigen Kopfschmerzen die Triptane , wie z.B Sumatriptan.Wenn sich der Schmerz erst einmal im Sinne einer eigenständigen Schmerzkrankheit verselbständigt hat, dann ist niedrig dosiertes Amitryptilin eine Option, weil ohne dies Medikament der Verselbständigungsprozess immer weiter fortschreitet.

    Antworten
    • karinabutterfly sagte:

      Hallo liebe Ulrike,
      ich glaube es ist nicht wirklich einfach eine allgemeingültige Aussage in Bezug auf EDS zu treffen, weshalb sich der Arzt im Interview eben nur auf bestimmte Medikamente bezog. Das lag auch ein wenig an der Art wie ich die Fragen gestellt hatte. Er hat einige Erfahrungen mit der Behandlung dieser Patientengruppe, ich denke also die Antworten gehen aus seiner persönlichen Erfahrung hervor. Insgesamt ist in Bezug auf EDS aber immer eines zu beachten: Wir sind alle völlig unterschiedlich.

      In Bezug auf Muskelrelaxanz wurde mir von vielen Ärzte sogar explizit davon abgeraten, denn die verschlimmern die Instabilitäten noch weiter. Ich glaube mich zu erinnern das auch in einem Vortrag eines EDS Spezialisten gehört zu haben. Migräne denke ich, wäre noch ein weiteres Thema zu dem man explizit fragen kann, unter der aber ja auch nicht jeder EDS Patienten leidet. Hier ging es ganz allgemein um Chornische Schmerzen die bei fast allen EDS Patienten auftreten und weniger um spezielle Schmerzformen. Natürlich muss man in der individuellen Behandlung dann weiter differenzieren. Aber ein solches Interview würde einfach zu weit führen. :)

      Vitamine und andere Nahrungsergänzungsmittel fallen glaube ich eher weniger in das Tätigkeitsgebiet eines Schmerztherapeutens. Aber ja, das ist ein wichtiges Thema dass vielleicht an anderer Stelle Erwähnung finden sollte.

      Insgesamt soll dieses kurze 5 Fragen Interview nur einen Einblick geben, es ist weder auf Vollständigkeit noch auf individuelle Bedürfnisse des einzelnen Patienten ausgerichtet. ;)

      Gruß

      Antworten
    • karinabutterfly sagte:

      Hallo Ulrike,
      ich bin gerade auf eine ganz gute Publikation von Dr. Castori zum Thema Pain Management in EDS gestoßen:

      CASTORI, Marco. Pain in Ehlers-Danlos syndromes: manifestations, therapeutic strategies and future perspectives. Expert Opinion on Orphan Drugs, 2016, 4. Jg., Nr. 11, S. 1145-1158.

      Er beschreibt hier ganz gut die verschwenden Möglichkeiten und auch die vielen verschiedenen Arten von Schmerz die bei EDS auftreten können.

      Gruß

      Antworten

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