Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse bei der es im Verlauf zur Entzündung der Schilddrüse und zum Abbau des Schilddrüsengewebes kommt und dadurch zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Die Schilddrüse ist eine Drüse, die Hormone produziert, die für den Stoffwechsel wichtig sind. Sie interagiert mit anderen Drüsen, wie der Nebenniere und greift somit auch in die Bildung von Glucocorticoiden und Mineralocorticoiden ein. Auch eine Wechselwirkung mit Sexualhormonen und Insulinfreisetzung besteht. Des Weiteren haben Schilddrüsenhormone Auswirkung auf Fett- und Muskelgewebe und Glukosestoffwechsel. Unzählige weitere Funktionen unterliegen der Schilddrüsenfunktion.

Die Schilddrüse wird aber wiederum noch von einer übergeordneten Drüse gesteuert, der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Diese produziert das Hormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) welches dann die Schilddrüse anregt T3 und T4 auszuschütten, welche im weiteren Verlauf diverse Endorgane und andere Hormone beeinflussen. Auch die Hypophyse unterliegt einer übergeordneten Stelle – dem Hypothalamus. Der Hypothalamus stimuliert die Hypophyse durch ein Hormon mit dem Namen Thyreotropin Releasing Hormone (TRH).

Prinzipiell kann es auf all diesen Ebenen durch Hashimoto zu Fehlregulationen kommen.

Hormonproduktion Schilddrüse

Hormonproduktion Schilddrüse

Sowohl Hypothalamus als auch Hypophyse und Schilddrüse regulieren sich gegenseitig. D. h. wird wie beim Hashimoto üblich, die Ebene der Schilddrüse angegriffen und kann nicht mehr genug T3/T4 bilden wird die Schilddrüse dieses Problem der Hypophyse melden und diese wird daraufhin die Produktion von TSH ankurbeln. Was bedeutet, dass bei einer Unterfunktion T3/4 niedrig sind aber der TSH hoch (über dem Normwert).

Die Ursache für Hashimoto ist größtenteils ungeklärt, wie bei vielen anderen Autoimmunerkrankungen ebenso. Oft sind aber auch andere Familienmitglieder betroffen, was eine Vererbung wahrscheinlich macht und diverse äußere Einflüsse wie z. B. Viren werden spekuliert.

Hashimoto tritt auch gehäuft mit anderen endokrinologischen/autoimmunen Störungen auf, wie dem Diabetes mellitus Typ I, Morbus Addison, Lupus oder der Zöliakie.

Mögliche Unterfunktionssymptome: 

Rasche Gewichtszunahme

Blässe

Heiserkeit

Müdigkeit

Verstopfung

Frieren

Depression

Hohes Cholesterin

Diagnostik:

Da Schilddrüsenerkrankungen sehr häufig vorkommen, wird in der Regel fast jeder Arzt die Symptome erkennen und als Erstes die Schilddrüsenfunktion testen.  Hashimoto ist in Deutschland eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen.

Folgende Bluttests werden nötig:

Hormone:

TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon)

fT3 (freies Trijodthyronin)

fT4 (freies Levothyroxin)

Antikörper:

Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK)

Thyreoglobulin-Antikörper (TAK)

Dabei ist zu beachten, dass auch ein Teil der Hashimoto-Patienten keine Autoantikörper im Blut haben (seronegative Hashimoto-Thyreoiditis).

Anmerkung zu Laborwerten: Laborwerte sind nur dann vergleichbar, wenn sie im selben Labor an den selben Geräten und mit den selben Chemikalien durchgeführt wurden. Es bietet sich also an in der Einstellungsphase nicht zu wechseln um die bestmögliche Dosierung der Hormone zu erreichen.

Andere Tests:

Ultraschall der Schilddrüse: Bei Hashimoto sieht man eine inhomogene, echoarme Schilddrüse.

Bei knotig veränderter Schilddrüse kommt die Szintigraphie zum Einsatz.

Therapie:

Beim Vorliegen einer Unterfunktion ist die einzige Therapie die lebenslange Substitution von Hormonen. Die Einnahme dieser führt zur Normalisierung der hormonellen Situation und meistens zu einem Abklingen der Symptome.

Bei Hormongabe muss in regelmäßigen Abständen der Hormonspiegel kontrolliert werden und gegebenenfalls die Dosierung neu eingestellt werden.

Jodhaltige Mittel müssen vermieden werden, da Jod zusätzlich noch die Entzündung fördert.

Man spricht von einem perfekten Wert im eher unteren TSH-Bereich (um 1) in dem sich viele Hashimoto-Patienten (ich inklusive) wohl fühlen.

Präparate die eingesetzt werden:

T4 Präparate z. B.:

Euthyrox oder L-Thyroxin

T3+T4 Präparate z. B.

Prothyrid

Unterstützende Präparate:

Selen und Zink sollen den Entzündungsprozess lindern

Zusätzliche Informationen: 

Englische Informationen:

http://www.thyroidawareness.com/hashimotos

http://www.thyroid.org/hashimotos-thyroiditis/

Deutsche Informationen:

http://www.hashimoto-thyreoiditis.de

https://www.hashimoto-info.de