Gefäßkompressionssyndrome sind Erkrankungen, bei denen in einem oder mehreren Bereich im Bauchraum ein Gefäß abgedrückt und dadurch verschlossen wird.

Mögliche Diagnosen sind unter anderem: 

Dunbar-Syndrom (MALS – Median Arcuate Ligament Syndrome): 

Beim Dunbar-Syndrom liegt eine Einklemmung des Truncus coeliacus vor, was in der Folge zu Übelkeit, Krämpfen im Bauchraum, Dysautonomie-ähnlichen Symptomen, Atembeschwerden führt. Im schlimmsten Fall kann die dauerhafte Kompression zu Aneurysmen der abgeklemmten Gefäßstrukturen oder zur Schädigung der Nerven, die den Magen versorgen, führen (Gastroparese).

Quellen: 

YOU, Jae S., et al. Treatment of median arcuate ligament syndrome via traditional and robotic techniques. Hawai’i Journal of Medicine & Public Health, 2013, 72. Jg., Nr. 8, S. 279.

DUNCAN, Audra A. Median arcuate ligament syndrome. Current treatment options in cardiovascular medicine, 2008, 10. Jg., Nr. 2, S. 112-116.

Nussknacker-Syndrom: 

Das Nussknacker-Syndrom entsteht, wenn die linke Nierenvene komprimiert wird. Dies kann z. B. durch eine ausgeprägte LWS-Lordose erfolgen. Hier wird die linke Nierenvene zwischen Aorta und Mesenterialarterie abgeklemmt und dadurch gestaut. Es entstehen Schmerzen in der Nierengegend, Unterleibsschmerzen und sogar Hämaturie. Als Komplikation können Thrombosen des Beins und Varizen der Uterusgefäße auftreten.

Quellen:

KURKLINSKY, Andrew K.; ROOKE, Thom W. Nutcracker phenomenon and nutcracker syndrome. In: Mayo Clinic Proceedings. Elsevier, 2010. S. 552-559.

May-Thurner-Syndrom: 

Von einem May-Thurner-Syndrom spricht man, wenn die linke Beckenvene durch die Beckenarterie und das Promontorium des Kreuzbeins abgedrückt wird. Symptome können sein: linksseitige Unterleibsschmerzen, Flankenschmerzen. Auch hier haben die Patienten ein erhöhtes Risiko an Thrombosen zu erkranken und Varizen im Bein zu entwickeln.

Quellen:

PETERS, Matthew, et al. May-Thurner syndrome: a not so uncommon cause of a common condition. Proceedings (Baylor University. Medical Center), 2012, 25. Jg., Nr. 3, S. 231.

Pelvine Kongestion: 

Die pelvine Kongestion kann z. B. durch ein Nussknackersyndrom entstehen und führt dazu, dass das venöse Blut sich im Becken staut. Dadurch kommt es zu Schmerzen im Becken, der Flanke, Menstruationsbeschwerden und Blasenproblemen.

Quellen:

BECKETT, David, et al. Anatomical abnormalities of the pelvic venous system and their implications for endovascular management of pelvic venous reflux. Phlebology, 2017, S. 0268355517735727.

 

Diagnostik

Farbduplex-Sonographie (evtl. funktionell mit Flussgeschwindigkeitsmessung)

CT oder MR-Angiographie

 

Therapie

Physiotherapie, z. B. zur Verbesserung der Lordose

Operationen zur Dekompression der Gefäße, evtl. mit Einsetzen von Stents und Bypässen

 

Umfangreiche Informationen:

http://scholbach.de

https://www.arterienundvenen.ch/seltene-gefaessveraenderungen/dunbar-syndrom/

Interessante Zusammenhänge zwischen MALS und Dysautonomie:

Median Arcuate Ligament Syndrome in POTS – Dr. Hasan Abdallah

https://vimeo.com/179970673

Zusammenhang zwischen Pelvic Congestion und Dysautonomie:

GENERAL INFORMATION BROCHURE ON ORTHOSTATIC INTOLERANCE AND ITS TREATMENT

Peter C. Rowe, MD

http://www.dysautonomiainternational.org/pdf/RoweOIsummary.pdf

Orthostatic intolerance in EDS: More than just POTS

Dr. Rowe

https://ehlers-danlos.com/2015-annual-conference-files/Rowe.pdf