Otoneurologie

Die Otoneurologie stellt eine Schnittstelle zwischen den Sinnen (insbesondere Augen und Ohren) und der Verbindung zum Gehirn her. Sie wird hauptsächlich zur Diagnostik von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen genutzt.

Häufig werden Schleudertrauma-Patienten dort hin geschickt, um abzuklären ob ein cervicocephales Syndrom (Barré-Lieou) vorliegt.

Da mittels Otoneurologie auch die Nervenleitung zum Gehirn überprüft werden kann, ist es möglich die genaue Lokalisation der Störung festzustellen.

PET

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein bildgebendes Verfahren nach dem Prinzip der Szintigraphie und gehört somit in den Bereich der Nuklearmedizin.

Es wird eine radioaktive Substanz über die Armvene verabreicht, die sich dann im Körper während einer kurzen Wartezeit anreichert. Mittels Tomographie kann die abgegebene Strahlung später aufgezeichnet werden.

Somit kann die biochemische und physiologische Funktion eines bestimmten Organs ermittelt werden. (Andere Untersuchungen, wie MRT und CT, zeigen lediglich die Struktur eines Organs, aber nicht dessen Funktion)

Im Falle der cranio-cervicalen Instabilität wird der Gehirnstoffwechsel beurteilt und es kann nachgewiesen werden, ob eine durch die eventuelle Minderdurchblutung ausgelöste Störung im Gehirn vorliegt.

Wegen der hohen Strahlenbelastung sollte genau abgewogen werden, ob diese Untersuchung wirklich nötig ist.

Außerdem müssen die Kosten in unserem Fall selbst getragen werden.

Informationen (Englisch):

http://www.radiologyinfo.org/en/info.cfm?pg=pet

http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/007341.htm

Deutsch:

http://www.nuklearmedizin.de/docs/pet_bro_06.pdf

http://www.nuklearmedizin.de

Neurovegetative Diagnostik

Die neurovegetative Diagnostik wird angewandt um Störungen des autonomen Nervensystems nachzuweisen.

Das vegetative (autonome) Nervensystem reguliert unwillkürliche (also von uns selbst nicht kontrollierbar) und lebenswichtige Funktionen im Körper. Darunter zum Beispiel: Atmung, Kreislauf, Verdauung, Schweißproduktion und Blasenfunktion.

Unterteilt wird es hauptsächlich in Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus beschleunigt den Herzschlag (Fluchtreflex), der Parasympathikus stellt den Gegenspieler dar (Verlangsamung des Herzschlags).

Eine Störung im autonomen Nervensystem kann verschiedene Ursachen haben. 

Sie treten bei vielen neurologischen Krankheiten auf, wie z. B. Parkinson, Multipler Sklerose oder auch beim POTS.

Aber auch bei HWS-Instabilitäten kann durch die dauerhafte Reizung der vegetativen Nerven eine autonome Störung vorliegen. 

Die Symptome können vielfältig sein. Da das vegetative Nervensystem jeden Teil unseres Körpers beeinflusst, können Symptome in jedem Bereich auftreten:

Übermäßiges Schwitzen bis gar nicht mehr schwitzen können, Herzrasen, Synkopen, Atemstörungen, plötzlicher starker Harndrang, Durchfälle, Übelkeit, Schwindel usw.

Die Therapie orientiert sich an der Ursache der Dysautonomie.

Pharmakogenetik

Genetische Tests auf Medikamentenmetabolismus (Pharmokogenetik) erlauben eine genaue Beurteilung der Verstoffwechselung bestimmter Medikamente. Die Untersuchung basiert auf den genetischen Eigenschaften der Cytochrome.

Diese Tests helfen bei der medikamentösen Einstellung von Patienten, die mehrere Medikamente (zum Beispiel Schmerzmittel) einnehmen, die bereits eine unklare Reaktion auf Medikamente hatten oder gar nicht auf bestimmte Wirkstoffe ansprechen.

Diese genetischen Tests ermöglichen eine bessere Einstellung der richtigen Dosis eines Medikaments und sollen unerwünschte Wirkungen vermeiden.

Cytochrom-P450-Tests

Die CYP450-Gene bilden eine Genfamilie, die für verschiedene CYP-Enzyme codieren. Diese CYP-Enzyme sind zuständig für ca. 85 Prozent des Medikamentenmetabolismus im Körper.

Die klinisch relevanten sind: CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1, und CYP3A4.

Jedes Medikament wird über einen oder mehrere enzymatische Wege abgebaut. Liegen Veränderungen auf den Genen der Enzyme vor, wird der Abbau des Medikaments im Körper verändert.

Je nachdem welche genetischen Eigenschaften vorliegen, wird eingeteilt in:

“Extensive metabolizer”: Verstoffwechseln bestimmte Medikamente normal.

“Intermediate metabolizer”: Verstoffwechseln bestimmte Medikamente normal oder weniger.

“Poor metabolizer”: Können bestimmte Medikamente nicht verstoffwechseln, was dazu führen kann, dass diese in erhöhter Konzentration im Körper vorliegen und zu Überdosierung oder Nebenwirkungen führen.

“Ultra-rapid metabolizer”: Können bestimmte Medikamente extrem schnell verstoffwechseln, was dazu führen kann, dass bei normaler Dosierung gar keine Wirkung eintritt.

Testmaterial sind meist Wangenabstriche oder Blutproben.

Weiterführende Informationen und Listen der Substrate und Inhibitoren:

Genelex

http://www.genetworx.com/pdf/genetworx%20-%20pharmacogenomic%20testing%20in%20clinical%20practice.pdf

Schlafstudie

Für HWS-Geschädigte mit Störungen der Atmung kann eine Schlafstudie sinnvoll sein. Mit Hilfe der sogenannte Polysomnographie, die in einem Schlaflabor durchgeführt wird, können mehrere Körperfunktionen während des Schlafs gleichzeitig überwacht werden.

Unter anderem werden Hirnströme, Herzschlag, Atemfrequenz, Sauerstoffgehalt im Blut, Muskelspannung, Beinbewegungen, Augenbewegungen und Körperlage aufgezeichnet.

Dadurch kann beispielsweise eine zentrale Schlafapnoe nachgewiesen werden, welche durch Schädigung im Gehirn oder der Medulla oblongata ausgelöst wird.

Duplex A. Vertebrates

Eine Duplexuntersuchung der Arteria vertebralis ist in Bezug auf mögliche Minderdurchblutungen des Gehirns immer sinnvoll. Eine Duplexuntersuchung ist eine nicht invasive Methode, die mittels Ultraschall den Blutfluss in den Arterien sichtbar macht.

Evtl. kann auch ein funktioneller (also von Bewegung der HWS abhängiger) Verschluss nachgewiesen werden.

DTI

Die DTI ist ein relativ neues, vielversprechendes Verfahren, das mit Hilfe des MRTs die dreidimensionale Diffusionsbewegung von Wassermolekülen im Gewebe misst. Erst durch verschiedene Auswertungstechniken können diese zeitaufwändigen und komplexen Datensätze visualisiert werden.

Mit der DTI können Schädigungen des Gehirns und des Rückenmarks schon deutlich früher dargestellt werden als mittels normalem MRT.

Bisher wird das DTI leider hauptsächlich in der Forschung verwendet. Einige Ärzte bieten DTI des Gehirns auch in der Klinik an, meist zur frühzeitigen Diagnose eines Schlaganfalls. Außerdem gibt es zusätzlich wenige private Anbieter. DTI des Rückenmarks wird wohl im Moment noch kaum durchgeführt.

DTIs sind keine Kassenleistung, werden aber in Zukunft für die Diagnostik von HWS-Instabilitäten wichtig.

Literatur: 

Mac Donald CL, Dikranian K, Bayly P, Holtzman D, Brody D. Diffusion tensor imaging reliably detects experimental traumatic axonal injury and indicates approximate time of injury. The Journal of neuroscience. 2007 Oct 31;27(44):11869-76.

Ying J, Zhou X, Zhu M, Zhou Y, Huang K, Zhou B, Teng H. The Contribution of Diffusion Tensor Imaging to Quantitative Assessment on Multilevel Cervical Spondylotic Myelopathy. European neurology. 2016 Feb 2;75(1-2):67-74.

Ellingson BM, Salamon N, Hardy AJ, Holly LT. Prediction of neurological impairment in cervical spondylotic myelopathy using a combination of diffusion MRI and proton MR spectroscopy. PloS one. 2015 Oct 2;10(10):e0139451.

Traktion

Die Traktion („lang ziehen“) der Halswirbelsäule wird selten in der Diagnostik von Instabilitäten, häufiger in der Therapie (dann meist zusammen mit der Repositionierung des Schädels und dem Anlegen eine Halo-Fixateurs) verwendet.

Die Traktion zieht die Wirbel auseinander und entlastet damit Bandscheiben, Nerven und andere Strukturen die komprimiert werden. Mit gleichzeitiger Repositionierung wird sicher gestellt, dass die Strukturen der HWS auch weiterhin entlastet werden. Danach wird die Halswirbelsäule in der korrekten Position fixiert.

VORSICHT! Zu starke Traktion kann weitere Schäden verursachen, vor allem bei bereits überdehnten Bändern. 

Beachte: Wir sprechen hier nicht von Traktionstherapie durch Schlingentische oder ähnlichem. Diese sollten bei Instabilitäten eher gemieden werden.

Traktion als Diagnostik wird kaum angewandt, Traktion als Therapie sollte nur von Spezialisten und auch nur in Kombination mit weiteren Therapien, wie dem Anlegen eines Halos verwendet werden.

Kalantar BS, Hipp JA, Reitman CA, Dreiangel N, Ben-Galim P. Diagnosis of unstable cervical spine injuries: Laboratory support for the use of axial traction to diagnose cervical spine instability. Journal of Trauma and Acute Care Surgery. 2010 Oct 1;69(4):889-95.

Halskrause

Die Halskrause wird nicht nur zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, sondern auch als diagnostischer Test, um den möglichen OP-Erfolg vorherzusehen. Häufig wird Patienten empfohlen die Halskrause für einen Zeitraum von zwei Wochen durchgehend zu tragen und zu beobachten wie sich die Symptomatik entwickelt.

Verschwinden die Symptome fast komplett oder gehen zumindest deutlich zurück, wäre dies der Beweis, dass eine Operation sinnvoll erscheint. Sind die Symptome unverändert, ist auch der OP-Erfolg eher fraglich.