HWS Operationen

Allgemein

Eine Operation an der HWS birgt immer Risiken.

Vor allem am cranio-cervicalen Übergang verlaufen Strukturen die für lebenswichtige Funktionen im Körper zuständig sind. Diese OPs sind besonders riskant.

Jeder Chirurg wird seine besondere Technik und Materialien haben, die er für am besten hält. Jede Technik hat Vor- und Nachteile die abgewogen werden müssen.

Es ist wichtig sich über alle möglichen Techniken zu informieren und den Chirurgen darüber zu befragen. Ebenfalls sollte man sich, vor allem bei cranio-cervicaler Fusion, in sehr erfahrene Hände begeben.

Eine Operation muss IMMER die letzte Lösung sein, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Ventrale versus dorsale Operationsverfahren

Ventrale Operationsverfahren

Ventrale Verfahren werden hauptsächlich angewandt, wenn der vordere Teil der Wirbelsäule betroffen ist. Also die Bandscheibe, der Wirbelkörper oder das vordere Längsband.

Verschiedene Techniken werden genutzt, z. B. Smith und Robinson oder Cloward.

Dorsale OP-Verfahren

Dorsale Verfahren werden hauptsächlich bei Verletzungen der hinteren Bandstrukturen eingesetzt, z. B. der Kapselrupturen oder Lig. Flavum Rupturen.

Kombinierte ventrale und dorsale Verfahren

Eine Kombination aus beiden Techniken wird genutzt bei ausgeprägter vorderer und hinterer Instabilität. Empfohlen bei Verletzungen am HWS/BWS Übergang.

Plattensysteme

Winkelinstabile Systeme:

Platten-Schrauben-System, bei denen der Winkel nicht fest definiert ist.

Winkelstabile Plattensysteme:

Schrauben sind fest mit der Platte verbunden und können nur in einem definierten Winkel platziert werden.

Dynamische Systeme:

Sie lassen Bewegung im Schrauben-Platten-System zu.

Bisher habe ich nur davon gehört, dass man die dynamische Fixierung in der LWS anwendet.

Halo – Fixateur

Ein Halo kommt manchmal noch zum Einsatz, wenn bei Brüchen der vor allem oberen Halswirbelsäule gerade keine Operation in Frage kommt, die Halswirbelsäule aber komplett ruhig gestellt werden muss. In seltenen Fällen wird der Halo auch eingesetzt, um eine komplette Ausheilung zu erzielen. Auch wird er genutzt, um Fehlstellungen der Wirbelsäule zu korrigieren und teilweise postoperativ nach erfolgter Halswirbelsäulenoperation.

Ein Halo ist eine invasive Maßnahme, bei der ein Metallgerüst von außen an den Kopf geschraubt wird und mittels Metallgestänge auf den Schultern ruht. Mit Hilfe dieser Maßnahme ist die Halswirbelsäule maximal immobilisiert.

Er wird immer dann eingesetzt, wenn derzeit keine OP möglich ist oder wenn eine feste Halskrause nicht ausreicht zur Ruhigstellung. Der Halo-Fixateur ist die einzige Methode, die zu einer kompletten Immobilisation der HWS führt. Keine feste Halskrause erzielt den selben Effekt.

Bono CM. The halo fixator. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons. 2007 Dec 1;15(12):728-37.

Mögliche Komplikationen: Infektion der Kopfschrauben, Lockerung der Kopfschrauben, Schmerzen und Schlafstörungen.

Häufig wird ein Halo nach der cervicalen Traktion angelegt.

Bandscheibenprothesen

Neben den standardmäßigen Versteifungsoperationen, die von vorne (anterior), von hinten (posterior) oder auch, bei komplexen Verletzungen, von beiden Seiten durchgeführt werden, werden mittlerweile als Alternative immer häufiger Bandscheibenprothesen eingesetzt.

Dieser künstliche Bandscheibenersatz soll angeblich der Biomechanik einer natürlichen Bandscheibe möglichst nahe kommen und den Vorteil haben, dass angrenzende Segmente nicht instabil werden. Die Anschlussinstabilitäten, die bei Fusionen ein Risiko sind, sollen damit vermieden werden, denn das betroffene Segment behält größtenteils die Beweglichkeit.

Da diese Technik noch sehr neu ist, gibt es bisher kontroverse Studien dazu. Einige besagen, Bandscheibenprothesen hätten Vorteile gegenüber der Fusion, andere wollen keinen Unterschied festgestellt haben. Bei künstlichen Bandscheiben ist jedoch die Zeit bis zur Wiederaufnahme von Alltagstätigkeiten und die Immobilisierung der HWS verkürzt.

Es gibt verschiedene Firmen die Bandscheibenprothesen entwickeln und mehrere unterschiedliche Mechanismen.